Kurz vor dem Jahrestag der Islamischen Revolution wächst in der iranischen Bevölkerung der Unmut über Mahmud Ahmadinedschad. Die Lebensmittelpreise sind rasant gestiegen - und die Menschen geben ihrem Präsidenten die Schuld daran. Da helfen auch Gute-Laune-Offensiven wie ein eigens veranstaltetes "Atomfest" nicht.

Teheran - Reza Daneshvar kann seinen Zorn nicht zurückhalten. "Die Regierung hätte etwas unternehmen müssen. Es gibt ja Gesetze, dass die Preise nicht steigen dürfen, aber sie haben sich nicht darum gekümmert", schimpft der Teheraner Obst- und Gemüsehändler.

Es sind Tomaten, über die sich Daneshvar so erregt. Tomaten sind im Iran unentbehrlich. Es gibt sie morgens zum Frühstück und abends als Salat. Doch vor ein paar Monaten geriet das Land plötzlich in eine tiefe Tomatenkrise. Innerhalb weniger Wochen explodierten die Preise. Im Sommer kostete ein Kilo rund 3500 Rial, also etwa 30 Cent. Dann wurden es 5000, 10.000, 15.000 Rial. Innerhalb von drei Monaten war der Preis um fast das Zehnfache gestiegen, auf 30 000 Rial. Tomaten waren zum Luxusgut geworden. Die Zeitungen berichteten darüber. Die Parlamentarier stellten offizielle Anfragen, was die Regierung zu unternehmen gedenke. Die antwortete ausweichend.

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